1. AUFGABE DIESES HANDBUCHS

Dieses Handbuch liefert alle Informationen, die der Eigentümer oder Benützer zum Verständnis der Funktionen des Gerätes, zu seinem Einbau, falls nötig zu seiner Programmierung, zu seiner Wartung und seiner Benützung im Flug benötigt.

 

Es ist nicht nötig, dieses Handbuch intensiv durchzuarbeiten, um das Gerät benützen zu können. Es soll dem interessierten Benützer die Möglichkeit geben, sich ausführlich über das Gerät zu informieren, um den größten Nutzen aus ihm ziehen zu können. Notfalls soll man auch einmal nachschlagen können, wenn eine Frage auftaucht.

 

Weil die Hersteller, Segelflieger, davon überzeugt sind, dass ein gutes Handbuch wesentlich zum Nutzen für den Besitzer eines Instruments beiträgt, haben sie sehr große Mühe und viel von ihrer Erfahrung über Instrumente für die Segelfliegerei darin investiert.

 

Der richtige Platz für das Handbuch ist in der Lebenslaufakte des Flugzeugs, in dem das Gerät eingebaut ist! Nur so ist es allen Piloten, die das Gerät benützen, zugänglich.

 

Vor dem Einbau des Gerätes und vor allem vor jedem elektrischen Anschluss muss das Kapitel "Einbau" gelesen werden, vor jedem Öffnen das Kapitel "Einstellung und Programmierung".

 

Kapitel 7 ("Das Variometer SB-8 im Fluge") ist als Anhang gedacht für den fortgeschritteneren Piloten. Es ist deshalb so ausführlich, weil der darin behandelte Stoff in der allgemeinen Literatur über den Segelflug nicht vorkommt.

 

Das Handbuch wird laufend überarbeitet und damit dem neuesten Erkenntnisstand ebenso, wie eventuellen Änderungen des Gerätes angepasst. Es gilt nur ab der unten definierten Seriennummer, und auf jeden Fall für das Gerät mit dem es geliefert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Handbuch gilt für alle Geräte des Typs SB-8 ab Seriennummer  6 900

 

Stand des Handbuchs: Januar 1990

INHALTSVERZEICHNIS

 

 

1. AUFGABE DIESES HANDBUCHS. 4

INHALTSVERZEICHNIS. 5

2. SYSTEMBESCHREIBUNG.. 6

2.1  Messprinzip. 6

2.2.  Variometerfunktion. 6

2.3. Vario-Tongenerator 6

2.4. Sollfahrtgeber 6

2.5. Sollfahrt-Tongenerator 7

2.6. Betriebsartenumschaltung. 7

2.7. Anzeige. 7

2.8. Anflug- und Streckenrechner ASR.. 8

2.9. Genauigkeit 9

3. EINBAU DES GERÄTES. 10

3.1. Auspacken, Einpacken. 10

3.2. Garantie, Rücksendung. 10

3.3. Mechanischer Einbau. 10

3.4. Elektrische Installation. 11

3.5. Pneumatischer Anschluss. 13

4. WARTUNG.. 15

4.1. Allgemeine Hinweise. 15

4.2. Kontrollen. 15

4.3. Reinigung des Gerätes. 16

5. EINSTELLUNG UND PROGRAMMIERUNG.. 16

5.1. Allgemeines. 16

5.2. Nachstellen des elektrischen Nullpunkts der Geber 16

5.3. Eichhöhe. 16

5.4. Tongenerator 16

5.5. Programmierung der Polaren. 17

5.6. Anzeige-Optionen. 17

6. REPARATUR.. 17

7. DAS VARIOMETER SB-8 IM FLUGE.. 18

7.1. Die 1-Sekunden- und die 3-Sekunden-Anzeige. 18

7.2. Turbulenz und Böen. 19

7.3. Die Mittelwertanzeige (Integrator) 21

7.4. Der Sollfahrtflug. 21

7.5. Thermiksuche mit dem Sollfahrtgeber 22

7.6. Einfluss der Normalbeschleunigung auf die TE-Vario-Anzeige. 23

ANHANG A: SB-8 Schaltpläne. 24

ANHANG B: SB-8 Innenansicht 26

 

 


2. SYSTEMBESCHREIBUNG

2.1  Messprinzip

Die Messwertaufnehmer für Vertikal- und Fluggeschwindigkeit sind von ILEC entwickelte und patentierte thermische Durchflussmesser mit Heißleiterperlen, die bei konstanter Temperatur arbeiten. Sie zeichnen sich durch große Stabilität des Nullpunkts, sehr kurze Ansprechzeit und große Unabhängigkeit des Eichfaktors von der Temperatur aus. Sie sichern u.a. dem Gerät seine hohe Präzision.

2.2.  Variometerfunktion

Das rohe Variometersignal wird, vom Sensor kommend, parallel und dauernd, dem 1s-, dem 3-s, und dem Mittelwertfilter zugeführt, deshalb gibt es keine Wartezeit bei der Umschaltung auf eine andere Antwort oder den Integrator, die Signale werden dauernd gebildet.

Die Anzeige des Variosignals kann wahlweise auf das 1s-, oder das 3s-Filter umgeschaltet werden mit Hilfe des Filterwahlschalters auf der Frontplatte vom Piloten, entsprechend der Antwort, die er persönlich vorzieht.

 

1s-Filter:         Aktives Filter 2. Ordnung mit schneller, jedoch stark gedämpfter Anzeige.

3s-Filter:         Aktives Filter 1. Ordnung mit dem Anzeigeverhalten des normalen Stauscheibenvarios

Mittelwertfilter:  Ähnlich dem 1s-Filter, jedoch mit erheblich größerer Zeit der Mittelwertbildung

(Für eingehendere Behandlung der Filter siehe Abschnitt 7)

2.3. Vario-Tongenerator

Der Aussteuerungsbereich des Tongenerators beträgt +/- 15 m/s, sodass auch Vertikalgeschwindig-keiten weit außerhalb des visuell angezeigten Bereichs noch erfasst werden.

Die von Ilec entwickelte Methode der periodischen Änderung der Höhe des Grundtons hat gegenüber einem nur unterbrochenen Ton den Vorteil, dass man noch nach beliebig langer Zeit den Absolutwert des Steigens hören kann, ohne die visuelle Anzeige zu Hilfe zu nehmen. So  hört  man nach kurzer Zeit der Gewöhnung, ob man mit 1 m/s, oder 3 m/s steigt. Bei einem nur unterbrochenen Ton hört man schon nach einigen Sekunden nur noch die Tendenz des Signals (Zunahme / Abnahme), nicht mehr jedoch seine absolute Höhe. Um zu wissen ob, und wie stark man steigt, muss man noch nach-schauen. Verantwortlich dafür ist, dass der Mensch gewöhnlich kein absolutes Gehör hat.

 

Mancher Pilot will diese weitergehende Information nicht haben, oder er hat sich ganz einfach an den bekannten gewöhnt. Für diesen Fall kann die Modulation mit einem internen Programmierschalter auf den unterbrochenen Ton umgestellt werden (siehe "5: Einstellung und Programmierung")

Der Grundton selbst besteht aus einem Dreiklang, der auf die Dauer angenehmer zu hören ist als der bekannte Einzelton. Wer es auch hier anders möchte, kann umprogrammieren auf 2 oder einen einzigen Grundton.

Zusätzlich können sowohl die Frequenz des Grundtons, als auch die Frequenz der Modulation (der Unterbrechung), dem persönlichen Geschmack entsprechend (intern) eingestellt werden.

Die Lautstärke des akustischen Signals wird automatisch der Fluggeschwindigkeit so nachgeführt, dass der Ton immer gleich laut empfunden wird, ob bei 70 oder 200 km/h, obwohl das Rauschen des Flugzeugs sich sehr stark ändert (Nach oben hin ist die Lautstärke natürlich begrenzt. Nur bei Öffnen oder Schließen der Lüftung ist nachzustellen).

2.4. Sollfahrtgeber

Die Polare, die für die Berechnung der Sollfahrt benützt werden soll, wird auf der Frontplatte angewählt        ( PN = Normalpolare, PX = Mückenpolare, z.B.). Die Flächenbelastung ( Gesamtes momentanes Fluggewicht in kg, geteilt durch die Flügelfläche in qm ), und der McCready-Wert werden an der Frontplatte eingestellt.

 

Der Sollfahrtgeber errechnet die optimale Gleitgeschwindigkeit auf der Basis der eingestellten Werte und der momentanen meteorologischen Vertikalgeschwindigkeit. Angezeigt wird der Unterschied zwischen der tatsächlich geflogenen und der momentanen optimalen Geschwindigkeit, der Sollfahrt.

 

Die Anzeige erfolgt direkt in km/h im Bereich +/- 100 km/h. (Dies ist der "regeltechnisch" ideale Bereich) Mit dieser eindeutigen Information kann der Pilot die Sollfahrt leicht und schnell einregeln. (Gegensatz: die üblichen Sollfahrtgeber. Geben in Wirklichkeit ein Soll-Sinken, keine Soll-Fahrt. Da das Soll-Sinken stark von der Fahrt abhängt, regelt der Pilot i.A. schlecht)

 

Die Signalverarbeitung im SB-8 erfolgt zeitmäßig so, dass der Regelkreis Pilot-Flugzeug stabil ist ( bei schlechten Systemen kann der Ausschlag des Sollfahrtgebers sogar zu-, anstatt abnehmen, obwohl richtig korrigiert wird: Die "richtige Fahrt" wird hier nie erreicht )

2.5. Sollfahrt-Tongenerator

Bei zu großer Fahrt hört man ungefähr den gleichen Ton wie bei einer Varioanzeige von + 5 m/s, bei zu niedriger Fahrt von ungefähr - 5 m/s. Dieses System erlaubt es durchaus, mit dem Sollfahrtsignal (in der Betriebsart SF) auch zu kurbeln.

Wenn die geflogene Geschwindigkeit innerhalb eines von 0 bis +/- 30 km/h einstellbaren Toleranzbandes um die optimale Gleitgeschwindigkeit ( Sollfahrt ) liegt, wird der Ton ausgeblendet. Bei Annäherung an die Toleranzgrenze erscheint das Signal graduell, um Überreaktion des Piloten zu vermeiden.

2.6. Betriebsartenumschaltung

In den meisten Fällen muss man dem Vario sagen, was es anzeigen soll, visuell und akustisch; Etwa Vario oder Sollfahrt. Dazu ist es nötig die Betriebsart zu schalten ( was sich dann auf den verschiedenen Zweitanzeigen tatsächlich verändert, hängt von der Anzeige-Option ab, siehe nächstes Kapitel).

In der mittleren Stellung des Schalters ( "AUT") wird die Betriebsart automatisch von der Fern-steuerung bestimmt, die beiden anderen Stellungen ( "Vario" und "Sollfahrt") übersteuern diese Fernsteuerung jedoch. Man kann so die Betriebsart selbst festlegen, und den Befehl der Fremd-Steuerung (Wölbklappe) ignorieren, man braucht dazu nur den Betriebsartenschalter von "AUT" in die entsprechende Stellung zu bringen.

In der fliegerischen Praxis hat sich herausgestellt, dass zur Fremdsteuerung am besten der Wölbklappenhebel dient ( jeder Flugzeughersteller kennt die besten Stellungen und die Anordnung der Schalter! ).

Wenn man keinen Wölbklappenhebel hat, montiert man am besten einen Schalter nahe der Ruhestellung der linken Hand oder auf dem Knüppel: die Umschaltung besorgt der Pilot selbst besser als jede Automatik, denn er hat Augen und weiß, was er zu tun gedenkt, die Automatik weiß das nicht.

Ist keine Fernsteuerung angeschlossen, dann ist das Gerät bereits in der mittleren Stellung ( "AUT") ein Sollfahrtgeber.

2.7. Anzeige

Je nach Konfiguration der Zweitinstrumente wird die eingebaute Anzeige automatisch mit der Betriebsart auf ein anderes Signal umgeschaltet ( 90 % aller Geräte werden in der sogenannten B-Option ausgeliefert ). Sie sieht folgendermaßen aus: Das Variosignal wird dauernd auf einem Zweitgerät angezeigt, beim Gleiten ist das eingebaute Instrument ein Sollfahrtgeber, beim Kurbeln ein Integrator). Um die Konfiguration der Zweitinstrumente zu berücksichtigen, wird die Anzeigeum-schaltung intern programmiert. Es können maximal 2 aus den Signalen "Vario", "Integrator" oder "Sollfahrtabweichung" angezeigt werden. ( Keine Angst, ILEC hat die Programmierung für die bestellte Konfiguration schon ausgeführt).

Grundsätzlich werden die 3 oben genannten Signale am Stecker, der sich hinten am Gerät befindet, ausgegeben, und zwar dauernd ohne Beeinflussung durch die Betriebsart. Wenn man hier Zweit-Instrumente anschließt, werden die zugehörigen Signale also dauernd angezeigt. Dies ist besonders interessant für Doppelsitzer!

 

4 Optionen für das Grundgerät bestimmen die möglichen Konfigurationen, sie sind unten in einer Tabelle zusammengefasst. Instruktionen für das Anschließen der Anzeigen sind in Kapitel 3.4., für die Programmierung in Kapitel 5.6.

OPTION

Betriebsart

Ton

Hauptgerät

Zweitanzeige

M = Einblock

Vario

Sollfahrt

Vario

Sollfahrt

Vario

Sollfahrt

Keine

B = Zweiblock

Vario

Sollfahrt

Vario

Sollfahrt

Mittelwert

Sollfahrt

RAZ immer

Vario

V = Vario fest

Vario

Sollfahrt

Vario

Sollfahrt

Vario

Vario

DAZ Mittelwert

und Sollfahrt

I = Integrator fest

Vario

Sollfahrt

Vario

Sollfahrt

Mittelwert

Mittelwert

RAZ Vario und

RAZ100 Sollfahrt

 

Das Einblocksystem ist ideal für kleine Instrumentenbretter.

Das Zweiblocksystem liefert alle wichtigen Informationen, ohne eine Taste zu drücken ( Beim Ein-Blocksystem muss man den "Integrator" durch Tastendruck abrufen ). Vorteil: Die sehr kurze Vario-anzeige kann ganz oben montiert werden, der oft starke Abfall der Instrumentenbrettabdeckung stört hier nicht. Zusätzlich befindet sich die Varioanzeige ganz oben, wo sie hingehört.

Die 2 restlichen Optionen bieten die komplettesten Systeme mit allen 3 wichtigen Anzeigen gleichzeitig. Nichts wird umgeschaltet, außer dem Ton. Man kann die Instrumente da hinbauen wo sie am besten hinpassen.

Für Doppelsitzer ist die hintere Konfiguration völlig unabhängig von der vorderen: die Signale sind dauernd da.

Zur Wahl des Anzeiginstrumentes ist noch zu sagen: Rundanzeigen sind prinzipiell schneller abzulesen als sogenannte Flachbandanzeigen, sie haben auch einen viel kleineren Parallaxenfehler, zusätzlich ist ihre Skalenlänge viel größer: Der angezeigte Messbereich kann größer sein. Man sollte daher, wo immer möglich, Rundanzeigen verwenden.

 

Zusatzfunktionen

 

Per Tastendruck werden außer dem Integrator noch folgende Informationen auf dem Hauptgerät angezeigt:

 

Restkapazität der Batterie:

Auf dem inneren Rand der Skalenscheibe ist eine separate Batterieskala aus Punktemustern und eine 0 aufgedruckt. Wenn der Zeiger rechts von oder auf den 4 Punkten steht, dann ist die Batterie noch zu 4/4 voll, steht der Zeiger auf den 3 Punkten, ist sie noch zu 3/4 voll und so fort. Wenn er bei 0 angekommen ist, dann ist sie praktisch leer. Trotzdem kann dann das SB-8 noch lange betrieben werden, wenn man alle anderen Lasten abschaltet: es verbraucht sehr wenig Strom und arbeitet noch bei 9 Volt Batteriespannung.

 

Außentemperatur:

Wird im Bereich +/- 50 Grad Celsius auf der normalen Skala angezeigt, das heißt, eine große Teilung entspricht 10 Grad Celsius.

2.8. Anflug- und Streckenrechner ASR

Fast alle Signale, die vom ASR gebraucht werden, übernimmt er vom SB-8, d.h. man stellt die notwendigen Werte (Flächenbelastung, McCready-Wert, Polare, Betriebsart) auf dem SB-8 ein und kann sie dann vergessen. Insbesondere braucht man die Betriebsart nicht extra zu schalten. Ausnahmen von dieser Regel: Wind und Strecken, sie werden am ASR eingegeben.

Um dies zu bewerkstelligen, wird der ASR über das vom Hersteller gelieferte Kabel am SB-8 angeschlossen.

 


2.9. Genauigkeit

Für allgemeine Spezifikationen sehe man im Prospekt nach.

 

Höhenfehler:

 

Der Eichfaktor ( nicht der Nullpunkt!) des Varios ist von der Luftdichte und damit von der Höhe abhängig     (andere Systeme sind auch höhenabhängig, nur je nach ihrer Art verschieden, sofern nicht aktiv kompensiert, was i.a. nur bei sehr teuren Geräten üblich ist ). Bei der Messung der tatsächlichen Vertikalgeschwindigkeit entsteht ein prozentualer Abfall der Anzeige von 5 % pro 1000 m Höhenzunahme gegenüber dem flugmechanisch richtigen Wert ( letzterer berücksichtigt die Zunahme der wirklichen Fluggeschwindigkeit mit zunehmender Höhe bei gleicher angezeigter Geschwindigkeit, oder anders gesagt: die Abweichung der TAS von der IAS). Der flugmechanische Wert ist der richtige Wert für die Sollfahrt.

(Ein Stauscheibenvario, das die wirkliche Vertikalgeschwindigkeit - wie man sie mit Stoppuhr und Höhenmesser bestimmen würde - misst, zeigt nach dieser Regel um 5 % pro 1 000 m zu viel an! )

Da der Geber für den Staudruck ebenfalls einen Abfall mit zunehmender Höhe aufweist, kompensieren sich die beiden Fehler teilweise für die Sollfahrt. Der noch übrig bleibende Fehler hängt noch von der Polare des Flugzeugs, der McCready-Einstellung und der Fluggeschwindigkeit ab, er beträgt etwa        - 5 % pro 1000 m Höhenunterschied, wobei der vom SB-8 selbst ermittelte Variomittelwert als Basis für den eingestellten McCready-Wert genommen wird.

Der Betrag des letztendlichen Fehlers der Sollfahrt - im üblichen Höhenband von 400 bis 2 000 m beträgt schließlich nur +/- 4 %, er ist damit geringer als alleine der Eichfehler der meisten Instrumente. Es kommt noch hinzu, dass er sich so auswirkt, dass man unterhalb der Eichhöhe des Gerätes, die 1200 m ist, etwas langsamer fliegt als theoretisch optimal und oberhalb etwas schneller  (bis zu 4 %, im normalen Höhenband).

Trotzdem kann man die Eichhöhe mit Hilfe eines internen Programmierschalters auf 3 000 m wechseln, für Leute, die immer in großen Höhen fliegen. Ansonsten kann man auch in großer Höhe den McCready-Wert etwas niedriger einstellen, etwa 0,1 m/s für jede 1 000 m Höhe. Man liegt dann ziemlich genau richtig.

 

Genauigkeit des Sollfahrtrechners:

 

Der Rechner selbst arbeitet im Bereich von 70 bis 220 km/h sehr genau, besser als +/- 2 %. Er funktioniert bis 270 km/h, um größere Fehler im extremen Schnellflug zu vermeiden, jedoch mit geringerer Genauigkeit.

Die Annäherung der Flugzeugpolaren - auf der die Rechnung letzten Endes basiert - durch die programmierte Parabel ist bei den meisten Flugzeugen besser als +/- 5 cm/s im wichtigsten Bereich von ca. 70 bis 150 km/h, und besser als +/- 10 cm/s jenseits davon bis 180 km/h. Dagegen können durch Mückenverschmutzung Unsicherheiten von gut und gern +/- 50 cm/s in der Polare auftreten!

Abschließende Bemerkung zur Genauigkeit

Wenn man bedenkt, dass man sowieso nie so genau fliegen kann und die Werte, die im Flug gemessen werden, sehr ungenau sind und der am wichtigsten bleibende McCready-Wert über den Daumen gepeilt werden muss, und..... Dann kann man die Fehler, von denen oben geredet wurde, getrost vernachlässigen.

Worauf es allerdings sehr wohl ankommt, das ist der NULLPUNKT der Varioanzeige: Wenn er z.b. 30 cm/s falsch ist, dann kann es passieren, dass man meint, man hielte die Höhe gerade noch, dabei sinkt man in Wirklichkeit mit 30 cm/s - eine sehr unangenehme Situation.


3. EINBAU DES GERÄTES

3.1. Auspacken, Einpacken

Gerät vorsichtig auspacken und auf Transportschäden inspizieren. Falls beschädigt, Verpackung aufbewahren, um Anspruch gegen den Transporteur zu unterstützen und das Gerät zurückzusenden.

Bevor Sie das Gerät einpacken, aus welchem Grunde auch immer, Anschlussnippel verschließen, um Verschmutzung des Meßsystems zu verhindern! Benützen Sie eine große Schachtel und füllen Sie den Zwischenraum mit Styroporchips zur Dämpfung von Transportstößen.

3.2. Garantie, Rücksendung

Die Herstellergarantie deckt Fehler im Material und in der Verarbeitung des Produkts für eine Dauer von 2 Jahren nach Auslieferung. ILEC wird Teile des Geräts, die sich in der Garantiezeit als fehlerhaft erweisen, ersetzen oder instandsetzen, vorausgesetzt das Gerät wurde kostenfrei an den Hersteller oder einen autorisierten Vertreter zurückgesandt, und vorausgesetzt, es war innerhalb der Grenzen betrieben worden, die in dieser Betriebsanleitung und im Prospekt festgelegt sind. ILEC übernimmt keine Folgekosten, hervorgerufen durch den Ausfall eines Gerätes oder seine unsachgemäße Benutzung.

 

Insbesondere, wenn Schmutz oder Flüssigkeiten in das Meßsystem eingedrungen sind, wird keine Garantie gewährt.

 

Im Fall einer Störung ( gilt natürlich auch für Fälle außerhalb der Garantie ) beschreiben Sie diese bitte so genau wie irgend möglich, um unnötige Rückfragen zu vermeiden ( Feststellungen etwa wie "Vario kaputt" werden nicht immer ausreichend sein ).

Geben Sie eine Telefonnummer an, unter der man eine zuständige Person erreichen kann!

3.3. Mechanischer Einbau

Bei der Wahl des Einbauortes sind folgende Gesichtspunkte zu beachten:<